AG Entsiegeln

Ziel

Wir möchten einen Beitrag zur sozialen und ökologischen Anpassung an die Klimawandelfolgen in Berlin leisten, indem wir uns mit den Entsiegelungspotenzialen im Kiez auseinandersetzen.

Eine in 2023 veröffentlichte Studie zur Hitzeentwicklung in Berlin liefert nicht nur die Daten, sondern auch Lösungsempfehlungen, u.a. Entsiegelung und Begrünung, um die Risiken des Klimawandels zu adressieren. Die Forscher:innen haben festgestellt, dass sich insbesondere die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg aufgrund ihrer dichten Bebauung stark aufheizen. Sie können straßengenau nachweisen, wo das Risiko am höchsten ist.

Diesen Herausforderungen möchten wir als Zivilgesellschaft aktiv begegnen. Wir setzen uns dafür ein, dass wir selber entsiegeln können. Unser Konzept sieht vor, Nachbarschaftsgruppen zu organisieren, die baulich und sicherheitstechnisch geeignete Flächen in ihrer Umgebung entsiegeln und begrünen und verbindlich die weitere Pflege der Flächen verantworten.

Von den Naturfreunden Berlin gibt es bereits eine Karte mit Flächen, die sich im Stadtteil Friedrichshain-Kreuzberg zur Entsiegelung eignen. Zusammen mit den Daten aus der Studie kann dies die Entscheidungsgrundlage bilden, wo am dringlichsten entsiegelt werden sollte.

Was wir schon erreicht haben

Einen erste Testfläche zum Entsiegeln haben wir bereits im Februar 2023 am Paul-Lincke-Ufer identifiziert und festgestellt, wie leicht es ist, Flächen mit kleinem Mosaikpflaster zu entsiegeln. Hier haben wir uns bewusst eine völlig unsinnig versiegelte Fläche ausgesucht, die auch noch direkt neben dem Kiez-Dorfplatz liegt. Heute ist die Fläche grün bewachsen und es kann 100 Prozent an Regenwasser auf diesen Flächen versickern. Auch hat die Aktion Spaß gemacht. 

Als zweiten Schritt wollten wir in Kooperation mit dem Bezirk eine zweite größere Fläche – Baumscheiben entlang der Ohlauer Straße – entsiegeln. Doch hat sich der Bezirk quer gestellt. Und obwohl die Bäume im Kiez teilweise stark beschädigt sind und schon sterben, stehen im Bezirk nicht genügend finanzielle und personelle Mittel zur Verfügung, um im nötigen großen Stil zu entsiegeln. Darüber hinaus fehlt auch das Fachpersonal zur Umsetzung. Warum sich der Bezirk bei solchen Maßnahmen und neuen Kooperationen derartig quer stellt, ist aus unserer Sicht schlicht unlogisch, falsch und nachteilig für ein gesundes und kühlendes Kiezgrün und die Menschen des Kiezes.

Weiter unten befindet sich der Link mit dem Anschreiben inkl. dem Konzept, welches wir beim Bezirk als Diskussionsgrundlage eingereicht haben. 

Demnächst geplant

Momentan fragen wir uns, wie wir weitermachen können, wenn der Bezirk unsere Straßenbäume lieber sterben lässt, als sich ernsthaft mit neuen Wegen der Kooperation zwischen engagierter Zivilgesellschaft und Bezirksverwaltung auseinanderzusetzen.
Auch sind wir erstaunt, dass das Bezirksparlament der grün geführten Bezirksregierung Aufträge erteilt, Bürgerschaftliche Entsiegelung zu ermöglichen – die Regierung dann aber mit den Achseln zuckt, und sagt “Tja, da haben wir keine Lust drauf!” Hier zeigt sich ein echtes und ernstes Demokratie-Problem auf unterster Ebene.

Wie kannst du dich einbringen?

Du kannst mitmachen und zum nächsten Treffen kommen.
Wir wollen im Kiez weiter gucken, wie und wo entsiegelt werden kann.
Auch wollen wir prüfen, wie wir von zivilgesellschaftlicher Seite im größeren Stil selbst entsiegeln können und was man dafür braucht. Hilfe ist sehr willkommen.

Ansprechperson: Fiete

Presse

taz.de Berlin hat zu wenig entsiegelte Flächen: Unterm Pflaster ist es zu trocken.
Tagesspiegel Newsletter vom 07.09.2023: Die Anwohner:innen-Initiative „Reichenberger Kiez für Alle“ will mehr Grün auf der Ohlauer Straße:

Nach oben scrollen